Sommerton-Festival 2017

Sommerton-Festival 2017

Easily customize your share description with the Shindig theme!

Programm 2017

PROGRAMM 2017


Freitag, 25. August 2017, 18:30 Uhr 

VINCENT PEIRANI & ÉMILE PARISIEN


„Die beste Neuigkeit im europäischen Jazz”, schrieb Le Monde über Émile Parisien, dessen Sopransaxophonspiel im Duo mit Vincent Peiranis Akkordeonklängen einen der Höhepunkte im Jazz der letzten Jahre bildet. “Belle Époque” ist das Ergebnis dieser musikalischen Symbiose aus Frankreich, ein mal energiegeladener, mal meditativer Auftakt beim Sommerton-Festival 2017. Sidney Bechet, der unvergessene Komponist von “Petite fleur”, “Dans les rues d’Antibes” und “Les oignons”, inspirierte die beiden Musiker, und mehr als das: „Seine Musik hat uns in einen Zustand von Euphorie und Leichtigkeit versetzt” – unüberhörbar, wenn man Vincent Peirani und Emile Parisien live erlebt. 

“Belle Époque” ist ein kammermusikalischer Dialog auf höchstem Niveau. Das Orchestrale des Knopfakkordeons und der fiebrige Sound des Saxophons gehen eine unvergleichliche Symbiose ein, mit immer wieder überraschenden Ausbrüchen aus fein gesponnenen Strukturen. Der Spielfreude, dem musikalischen Witz und dem Erfindungsreichtum kann sich kein Zuhörer entziehen.


KAYHAN KALHOR & ERDAL ERZINCAN


Die musikalische Begegnung zwischen dem Iraner Kayhan Kalhor und dem türkischen Baglamaspieler und Sänger Erdal Erzincan ist stark in der Musik des Orients verankert. Kalhor ist ein Meister der persischen Geige, Mitglied von Yo Yo Mas, in den großen Philharmonien beheimateten “Silkroad Ensemble”. 

So führt die Produktion “The Wind” (ECM) die Zuhörer von der “Belle Epoque”  von Paris, Parisien und Peirani in den Zauber des Orients.

Kayhan Kalhors Bandbreite erstreckt sich von der Mitarbeit mit dem New York Philharmonic Orchestra bis hin zur Filmmusik für Francis Ford Coppola.

Erdal Erzincan ist fest in der türkischen Folklore verankert. Der Schüler des legendären Alif Sag verbreitete dessen und seine eigene Musik auf den großen Bühnen der Musikwelt, und nun auch beim Sommerton-Festival im Konzertzelt.


DORANTES & RENAUD GARCÍA-FONS
Mit freundlicher Unterstützung der                                          

Vom Orient zurück in mediterrane Gefilde, nach Spanien: Renaud García-Fons hat mit seinem fünfsaitigen Bass das Sommerton-Publikum schon wiederholt begeistert, und in diesem Jahr ist der spanische Pianist Dorantes sein Weggefährte beim “Paseo a dos” (Spaziergang zu zweit), einer Aufnahme, die in Spanien zum besten Instrumentalalbum gekürt wurde. 

Die wirklich Guten brauchen kein Getöse. Unprätentiös und in sich ruhend lotet Renaud García-Fons die Grenzen seines Instrumentes aus. Wieder einmal werden die Freunde des Sommerton-Festivals Ohrenzeugen neuer Klangdimensionen, unfassbar, welche Töne und Tonfolgen García-Fons aus seinem Bass zaubert, der mal wie eine Violine klingt, mal wie ein Cello, eine Oud oder ein brasilianisches Berimbau. Sehr eigene Wege geht er, und Dorantes folgt ihm inspiriert oder gibt seinerseits die Richtung vor, wenn es durch die Gefilde des Flamenco geht. “Caminante, no hay camino, se hace camino al andar” – meinte der Dichter Antonio Machado. „Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg entsteht beim Gehen.”  Auch beim Spaziergang zu zweit, beim “Paseo a dos”. 

 


Samstag, 26. August 2017, 18:00 Uhr

NOËMI WAYSFELD & BLIK

Eine betörende Sängerin, Poetin und Entdeckerin mit einer ebenso faszinierenden Verschmelzung kultureller Hintergründe. 

In Paris geboren, ist Noëmi Waysfeld von klein auf mit Klassik, Jazz und jüdischer Tradition vertraut. Sie singt, spielt Violoncello und glänzt auch auf der Theaterbühne. 

Es ist die Musik, die sie 2008 mit der Gründung ihres Quartetts Blik zum Dreh- und Angelpunkt ihres Schaffens macht. In dieser Formation beginnt sie ihre Reise in die Vergangenheit. Die Suche nach unentdeckten Facetten der traditionellen jüdischen Musik bringt sie zurück zu ihren eigenen jiddischen und russischen Wurzeln und zu deren Sprachen. Für ihr Debüt-Album “Kalyma“ hat sie 2012 „in einem atemberaubenden schöpferischen Akt“ (www.hagalil.com) russische Gefangenenlieder der Stalin-Ära adaptiert nach den “Songs of The Siberian Prisoners of Today“ von der jüdischen Russin Dina Vierny. In Verbindung mit jiddischen Chansons schafft sie ein Meisterwerk, das „Jazzattitüde mit Shtetl-Hinterhof, Orientalismen und Mediterranes mit dem Blues der sibirischen Steppen“ (Mathias Bäume) vereint.

An diesen Erfolg knüpft sie 2015 an: Für ihr Album “Alfama” hat sie legendäre Fados, den portugiesischen Blues, ins Jiddische übertragen. Für Waysfeld teilen diese beiden Musikstile dieselbe Sehnsucht, Melancholie und innere Zerrissenheit. Von der Musette, über italienische Folklore bis zu Roma-Traditionen, arabischen Klängen und immer wieder dem Jazz „wetteifern die Musiker wagemutig in diesen Liedern, die zum Tanzen und Weinen bringen“.


HÅKON KORNSTAD


“Einer der besten Saxophonisten der Welt gibt sich als absolut einzigartiger und zutiefst intimer Sänger zu erkennen.“ (KETIL BJØRNSTAD) 

Håkon Kornstad schafft es in “Caruso Meets Coltrane“, zwei völlig verschiedene musikalische Ausdrucksformen auf höchstem Niveau zu verbinden und zur gleichen Zeit ein klares und kohärentes Werk zu schaffen.

Als Saxophonist verfügt Kornstad über eine selten gehörte Klangbeherrschung. Als Sänger hat er dieselbe Fähigkeit, die seine Kombination von Jazz und Oper so natürlich erscheinen lässt, als hätte es sie immer schon gegeben. Er bewegt sich bei seiner Verbindung von Oper und Jazz virtuos auf dünnem Eis. Arien und Lieder sind improvisatorisch verbunden, wie es noch niemand bisher gemacht hat. 

Auf dem Höhepunkt seiner Jazzkarriere studiert der Tenor-Saxophonist Operngesang und macht seinen Master an der Osloer Opernakademie. Mittlerweile singt er komplette Rollen an norwegischen Opernhäusern, seine Jazz-Herkunft und sein Saxophon hat er aber nicht vergessen, sondern verschmilzt beide Talente in seinen Konzerten. Opernarien von Massenet, Gluck, Bizet, sowie klassische Kunstlieder, gehen nahtlos in skandinavischen Jazz über. Håkon Kornstad singt auf Italienisch, Französisch und Deutsch. 2015 wurde ihm der wichtigste Jazzpreis Norwegens, der Buddyprisen verliehen. 


“MOON“  von MICHAEL WOLLNY & ERIC SCHAEFER AUFTRAGSKOMPOSITION des SOMMERTON-FESTIVALS

 

UNTERSTÜTZT durch die KUNSTSTIFTUNG NRW

MICHAEL WOLLNY TRIO & THE NORWEGIAN WIND ENSEMBLE

Dass Jazz von der Improvisation lebt, ist hinlänglich bekannt – in der Klassik allerdings ist diese Art des Zusammenspiels bisher noch ein Novum. Grund genug für Jazzvisionär Michael Wollny und Triopartner Eric Schaefer, gemeinsam mit dem Norwegian Wind Ensemble aus genau diesen Koordinaten eine neue Form der Kollaboration ins Leben zu rufen. Michael Wollny hat mit seinem Trio eine musikalische Einheit geschaffen, die im zeitgenössischen Jazz neue Maßstäbe gesetzt hat. Nimmt man nun diese gleichsam telepathisch eingespielte Einheit und stellt ihr ein 20-köpfiges norwegisches Bläserensemble mit ähnlich innovativer Vorgehensweise gegenüber, kann man die neuerliche Grenzverschiebung der Möglichkeiten förmlich vorausahnen. Was das Michael Wollny Trio für den Jazz unserer Zeit darstellt, ist The Norwegian Wind Ensemble für die Neue Klassische Musik.


Durch die Verbindung aus traditionellen und modernen Instrumenten erreicht das Ensemble einen ganz eigenen Sound, der inzwischen in ganz Europa als Referenz und wichtiger Wegbereiter der zeitgenössischen „Neuen“ Klassischen Musik gilt.
2015 kam es zur ersten Berührung zwischen Michael Wollny und dem Norwegian Wind Ensemble. Begeistert erkannte Wollny die Möglichkeiten und neuen Wege, die sich aus der Zusammenarbeit mit diesem Orchester ergeben würden und entwarf, durch den Kompositionsauftrag des Sommerton-Festivals inspiriert, mit seinem Triopartner Eric Schaefer eine improvisatorische Reise zum Mond, die Auftragskomposition “MOON“. 

Nah genug, um sein Betreten zu erträumen, gleichzeitig fern und mystisch entrückt ist der Mond die große Projektionsfläche der Menschheit. Die Zuschauer werden Ohrenzeugen, wie aus dem Zusammenspiel der Improvisation des Jazz in der Begegnung mit dem klassischen Orchester etwas völlig Neues entsteht.


Sonntag, 27. August 2017, 15:00 Uhr
KETIL BJØRNSTAD

Ketil Bjørnstad, geboren 1952,  studierte in Oslo, London und Paris klassisches Klavier. Sein musikalisches Debüt gab er im Alter von 16 Jahren mit dem Philharmonischen Orchester Oslo, wandte sich dann aber der Jazzmusik und dem Schreiben zu. Sein erster Gedichtband erschien 1972. Bjørnstad lebt heute als Schriftsteller und Musiker mit seiner Familie in Oslo. Zu seinen erfolgreichsten Büchern zählen Villa Europa und Oda sowie die Trilogie um den jungen Pianisten Aksel Vinding. Sein erstes Solo Piano-Album “ Åpning“ erschien 1973 und markierte seinen Bruch mit der klassischen Musik und die Hinwendung zu Jazz, Improvisation und Komposition. Seit diesem Wendepunkt kultivierte Ketil Bjørnstad sein solistisches Pianospiel kontinuierlich und gab weltweit hunderte Konzerte. 

Er ist u. a. für seine Zusammenarbeit mit Terje Rypdal (“The Sea-Quartett“ sowie Duokonzerte) bekannt und mehrfach auf renommierten Festivals aufgetreten. Seine CD mit dem Titel “Floating“ stand an der Spitze der Jazzcharts der Magazine Musikmarkt und Musikwoche. 

In der Rokokokirche am Schloss Diersfordt  wird Bjørnstad “Shimmering/Images“ präsentieren, wobei der Raum, die Umgebung und das Instrument selbst in der spontanen und freien Entfaltung seine Improvisationen beeinflussen werden. 

An diesem besonderen Spielort werden die Zuhörer der Entstehung eines einzigartigen, intimen Sommerton-Musikereignisses beiwohnen.

 

Sponsoren

Unser besonderer Dank gilt unseren Sponsoren.

Sponsoren 2017