Sommerton-Festival 2017

Sommerton-Festival 2017

Easily customize your share description with the Shindig theme!

Programm 2012

Das Programm 2012


18:00 Uhr | Iiro Rantala

Porträt Iiro RantalaIiro Rantala wird mit seinem Programm „Piano-Solo“ den Premieren-Abend
in der Reihe der jährlich stattfindenden
„Marienthaler Festspiele“ eröffnen.
Ein angemessener Auftakt, denn der
finnische Pianist wurde am 3. Juni 2012
mit dem ECHO Jazz als „Bester Pianist International“ ausgezeichnet!

Iiro Rantalas Komposition „Tears for Esbjörn“ stellte, in Erinnerung an den 2008 verunglückten Musiker-Freund Esbjörn Svensson mit Preisträger Magnus Öström gemeinsam vorgetragen, den emotionalen Höhepunkt der ECHO Verleihung dar.

Im Jahr 2011 erhielt der virtuose Finne für sein Album „Lost Heroes“ (ACT) den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. In der Begründung der Jury heißt es: „…sein Klavier klingt von sich aus schön, seine Kunst ist Resultat eines immens flexiblen Anschlags, einer mit Humor durchsetzten Gestaltungskompetenz und einer profund melodischen Musikalität…“
In dem gefeierten Album, dessen Programm das Konzert dominieren wird, offeriert Iiro Rantala eine vielschichtige, teils leichtfingrig phrasierte, teils tief emotional präsentierte Hommage an die prägenden Persönlichkeiten seiner Karriere, von Oscar Peterson bis Jean Sibelius.

„…denn Iiro Rantala ist Ästhet, ein Wühler, Virtuose, Musikant am Klavier und ihm ist mit „Lost Heroes“ eine der besten Klavierplatten des Jahres gelungen.“
Für die Jury: Ralf Dombrowski

Iiro Rantala im YouTube-clip


19:30 Uhr | Gerardo Núñez & Renaud García-Fons
feat. „Cepillo“

Porträt Gerardo NunezGerardo Núñez mit Renaud García-Fons und dem legendären Percussionisten „Cepillo“ läutet die zweite Etappe der musikalischen Reise ein. Der Bassvirtuose García-Fons gilt als großer Verbinder klanglicher Stile und Traditionen und auch Gerardo Núñez gelingt die Überwindung musikalischer Grenzen.
Dieses leidenschaftliche Aufsaugen verschiedenster Einflüsse findet ihren Höhepunkt im gerade erschienenen Album. Der Titel „Travesía“ (Überquerung) bezieht sich auf die gefährliche Reise afrikanischer Bootsflüchtlinge nach Spanien, wird aber gleichzeitig zur Metapher für die Erweiterung musikalischen Repertoires über Genregrenzen hinweg.

„Der Flamenco ist in Andalusien unter vielen Einflüssen entstanden“, erzählt Gerardo Núñez und verweist auf das Reich „El Andaluz“, in dem maurische Eroberer in Frieden mit Juden und Christen zusammen eine einzigartige, schöpferische Kultur gestalteten.
Die Kindheit in Andalusien wurde von seiner zweiten großen Liebe, dem Jazz geprägt und so verwundert es nicht, dass er mit Musikern aus aller Welt auftrat und musikalisch reifte. Darunter finden sich so unterschiedliche Namen wie Richard Galliano und Michael Brecker, aber auch Placido Domingo, Julio Iglesias oder der Harfenist Andreas Vollenweider.

Das u.a. mit Al Di Meola erstellte Album „Jazzpaña“ schaffte es auf Platz eins der deutschen Jazzcharts. Gleichzeitig gilt er als der wichtigste und virtuoseste Flamenco-Neuerer nach dem großen Paco de Lucia.
Seine CD „Calima“ (u.a. mit dem Percussionisten Arto Tuncboyaciyan, dem Bassisten John Patitucci und dem Pianisten Danilo Perez) wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Für die berühmte Compañía de Danza seiner Frau Carmen Cortés schrieb er Werke, die in Kooperation mit dem spanischen Kulturministerium weltweit aufgeführt wurden, u.a. in der Oper in Brüssel, dem Festival in Havanna, in New York oder bei der Biennale in Sevilla.

Gerardo Núñez im YouTube-clip


21:45 Uhr | „Renaud García-Fons Sextett“

„Die Abenteuer des Prinzen Achmed“
Scherenschnittfilm von Lotte Reiniger mit Live-Musik „Renaud García-Fons Sextett“
Eine Auftragskomposition für das Kurt Weill Fest 2011
Idee und Konzept: Wilfried Schaus-Sahm

Die Idee, mit Renaud García-Fons ein neues Werk für den Scherenschnittfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ zu schaffen, kam vom ehemaligen Intendanten des Traumzeitfestival Duisburg, der eines seiner Lieblingsprojekte nicht mehr realisieren konnte. Auf der historischen Bühne des Bauhauses wurde die Auftragskomposition für das Kurt-Weill-Fest im März 2011 zur Uraufführung gebracht und mit stehenden Ovationen gefeiert. Inzwischen sind Film und Live-Musik mehrfach vor begeistertem Publikum aufgeführt worden.

Standfoto Prinz Achmed

Renaud García-Fons‘ Komposition gelingt der Brückenschlag zwischen dem sehnsüchtigen Blick der Moderne auf die Märchenwelt des Orients und einem Jazz, der sich über Genre-Grenzen hinausbewegt.
In einem für das Jazzpodium geführten Interview spricht der Komponist über seine Begegnung mit jenem Filmklassiker, der in den Jahren 1926 bis 1929 aus 99.000 Einzelbildern entstand und mit dem Lotte Reiniger Pionierarbeit im Genre des Trickfilms leistete:

„Als ich den Film zum ersten Mal sah, fühlte ich mich in eine Traumwelt voller Geheimnisse, Abenteuer und Leidenschaften versetzt. Ich verspürte eine Faszination und Gefühlsweite, wie ich sie seit meiner Kindheit nicht mehr erfahren hatte…ich empfand ihn als ein universelles Epos, das Ästhetik, Poesie und äußerste Schönheit verbindet und die Magie der Märchen und Sagen des Orients herbeizaubert. Zu diesem Meisterwerk der deutschen Filmkunst eine Musik komponieren zu dürfen, war für mich eine besonders aufregende Herausforderung. Um dafür eine Partitur zu schaffen, verband ich Instrumente, die sich zu einer multikulturellen Musik zusammenfinden können, die Orient und Okzident zum Klingen bringen. Ich wollte die orientalische Ästhetik mit ihrem Spiel der Klänge, Tonarten, Ausschmückungen und Rhythmen vereinen mit der okzidentalen Ästhetik, mit ihrem harmonischen Stil, der Orchestrierung, der Struktur, der Komposition und der symphonischen Dimension.“
Renaud García-Fons

Der Film bleibt konstant das führende, inspirierende Element und dabei ist die Musik so stark, dass sie für sich selbst stehen kann – als eine Art „Prinz Achmed Suite“.

Das Renaud García-Fons Sextett spielt in der folgenden Besetzung:

Claire Antonini: Laute, Târ
Bruno Caillat: Orientalische Percussion (Zarb, Gatam, Daf)
Sebastien Bonniau: Vibrafon
Henri Tournier: Bansuri Flöte, Octobass
David Venitucci: Akkordeon
Renaud García-Fons: Kontrabass

Porträt Renaud Garcia-FonsDie zeitlose Aktualität des Films inspirierte den Komponisten García-Fons zu einer begrenzten aber kulturell breit angelegten Instrumentierung. Es finden sich sowohl orientalische als auch klassisch westliche Musikinstrumente, welche die ursprünglichen Klänge und Stimmungen der Vorlage aufgreifen und verstärken. Die Musiker des von ihm zusammengestellten Sextetts besitzen fast alle auch Erfahrung in klassischer Musik (Claire Antonini an der Laute z.B. in der Barockmusik), sowie die Fähigkeit, Klänge verschiedenster Herkunft spielerisch zu verzahnen. Henri Tournier zaubert mit der Bansuriflöte die dichte Athmosphäre einer verwunschenen Welt, unterstützt durch die Spannung und Intensität des Marimba-Spiels von Sebastien Bonniau; das mitreißende Akkordeon des David Venitucci erzeugt Klangfülle und akustische Geborgenheit während Bruno Caillat die wirbelnden Rhythmen der filmischen Handlung untermalt.
So erschaffen sie im melodischen Dialog der Instrumente ebenso wie im gemeinsamen wilden Tanz einen Klangteppich, der den Zuschauer in den Orient oder nach China entführt, ohne ihn den okzidentalen Hörgewohnheiten entreißen zu wollen.
„Es ist, als blättere man in einem Bilderbuch der Welt, ohne Eile und mit geschärftem Blick für die Schönheiten…“ (Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau)

Seine Begeisterung bei der Uraufführung bewog Professor Micheal Kaufmann (Intendant des Kurt Weill Festes Dessau) dazu, die Schirmherrschaft für das Marienthaler Projekt mit den folgenden Worten zu übernehmen:

„Eine meiner besonderen Sternstunden: Tausendundeine Nacht auf der historischen Bühne des Bauhaus Dessau! Dank des fantastischen Scherenschnitt-Films von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1926 und der wunderbaren, bezaubernden, grenzüberschreitenden Musik von Renaud Garcia-Fons wurde „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ im März 2011 zu einem der Höhepunkt in 20 Jahren Kurt Weill Fest. Der schwebende Film und die großartigen Musiker entführten uns in ein Land, das wir vorher noch nicht kannten. Ein Abend voller Poesie, ein Abend, der uns verdeutlichte, wie sehr unsere eigenen Abenteuer eben nur in unseren Köpfen wohnen können. Ein Geschenk!“
Michael Kaufmann

Über Renaud García-Fons

Renaud García-Fons ist ein Musiker, der förmlich mit seinem Instrument verschmilzt. Seine unendliche technische Bandbreite sowie das eigenwillige Erweitern der klanglichen Möglichkeiten durch Hinzufügen der fünften Saite bescheren ein musikalisches Erlebnis von höchster Intensität.
„Der Beitrag von Renaud García-Fons übertrifft alles, was im Jazz bis dato … auf dem Kontrabass möglich schien“ lobte Martin Kunzler schon 2002 den „Paganini des Kontrabass“ im Jazz-Lexikon.

Als Soloinstrument lässt Renaud García-Fons den Bass zwischen Komposition und Improvisation vermitteln. 2009 wurde er mit dem Solo Performing Award der International Society of Bassists ausgezeichnet. Das Montreal Jazz Festival ehrte ihn im Juli 2009 mit einer „Carte Blanche“. 2010 erhielt er den ECHO Jazz in der Kategorie Bester Internationaler Instrumentalist für sein Album „La Línea del Sur“. Im Juni 2012 wurde er für sein Album „Méditerranées“ mit dem ECHO Jazz als Bester Instrumentalist International in der Kategorie Bass/Bassgitarre gewürdigt.

Nach sorgfältigen Studien klassischer Etüden bei Jean-Pierre Logerot in jungen Jahren wurde er zum Reisenden, Suchenden, Forschenden und entwickelte in der Begegnung mit verschiedenen Klangkulturen und Musikern aus aller Welt seine ureigene musikalische Sprache:

“Ich habe immer daran gearbeitet, Musik ohne Abgrenzungen…zu erschaffen, eine Musik, die Brücken zwischen Jazz, Klassik und Folklore des Mittelmeerraums, des Orients und des Lateinamerikanischen schafft, um eine imaginäre Reise zwischen dem endlosen Raum und der Zeit zurückzulegen… ich habe das tiefe Empfinden, dass es nur eine Musik gibt. Die Musik ist wie ein Diamant und jede ihrer Facetten nur eine andere Brechung des Lichtes in diesem Stein. “
R. García-Fons

Durch seinen universellen Horizont und sein Selbstverständnis als „Reisender“ zwischen den Welten ist Renaud García-Fons wie geschaffen, die Mysterien und metakulturellen Erfahrungen in Lotte Reiningers zauberhaftem Silhouettenfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ musikalisch auszudrücken.

Renaud García-Fons im YouTube Clip

Sponsoren

Unser besonderer Dank gilt unseren Sponsoren.

Sponsoren 2017