Sommerton-Festival 2018

Sommerton-Festival 2018

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Neues von Gwilym Simcock

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“Das Klavier ist ein wundervolles Instrument, es ist in sich selbst ein Orchester.” sagt Gwilym Simcock, der als größtes Talent der britischen Jazzpianisten-Szene gilt. Er vergleicht sein Instrument also nicht mit einer Jazz-Combo, sondern gleich mit einem ganzen Orchester. Das deutet auf seine klassische Ausbildung hin, die ihm Bach, Chopin oder Ravel leicht von der Hand gehen lässt und seinen Stil maßgeblich beeinflusst hat.

Es sind vor allem Musiker, die auf ihn aufmerksam machen – wie Chick Corea, der ihm eine „eigenständige, kreative Begabung“ bescheinigt und ihn dem Klavier-Festival Ruhr 2007 als Stipendiaten empfahl.

Corea und Jarrett nennt Simcock selbst als prägende Einflüsse. Musiker wie diese zu hören veranlasste ihn mit 15 Jahren, zum Jazz zu wechseln, als er sich eigentlich darauf vorbereitete, klassischer Konzertpianist zu werden. Er gab bereits mit elf Jahren klassische Klavierkonzerte.

Simcock, Jahrgang 1981, wuchs im westenglischen Cheshire auf. Vom dritten Lebensjahr an spielte er Klavier. Seine Begabung wurde früh erkannt. Mit sieben Jahren besuchte er das Londoner „Trinity College of Music“, mit neun kam er an die „Chetham’s School“ in Manchester, wo er  Klavier und Waldhorn belegte und den klassischen Weg einschlug – bis er den Jazz für sich entdeckte. Das Jazz-Studium an der „Royal Academy of Music“ schloss er mit Auszeichnung und einem Sonderpreis für herausragende Leistungen ab. Von der klassischen Musik wandte er sich dabei nie ganz ab:

„Bei Musik ist das wie bei der Sprache. Man kann gar nicht anders, als auf das zurückgreifen, womit man groß geworden ist. In meinem Fall waren das Strawinsky, RimskijKorsakow und, vor allem, Bach.“ Aber auch Chopin oder Ravel begegnet man in seinem Spiel.

An Simcocks Kompositionen besticht zuerst der Sinn für melodische Klangfolgen, und wenn er zu Standards greift, dann zu solchen mit betörender Melodie. Die gleiche Vorliebe kommt in seinen Improvisationen zur Geltung:

„Ich will das Klavier singen lassen. Ich muss im Kopf Melodien hören, wenn ich improvisiere.“ 

Seinen großen Karrieresprung in Deutschland verdankt er einem Solokonzert auf Schloss Elmau, dessen Mitschnitt vom Produzenten Siggi Loch für das ACT-Label herausgebracht wurde. Mit „Good Days at Schloss Elmau“ gelang Gwilym Simcock eine der besten Piano Solo-Einspielungen der vergangenen Jahre. Das Album wurde 2011 für den Mercury Prize, den wichtigsten genreübergreifenden Award im britischen Commonwealth, nominiert, womit er plötzlich auf gleicher Berühmtheits-Stufe stand wie Popstar Adele.

Das Schlüsselstück des Albums, „Hit“, ist Simcocks Komposition „These are the good days“. Hier erläutert Simcock, wie er das Stück komponierte und aufbaute.

Gwilym Simcock live Session: How I wrote… These are the Good Days

https://www.youtube.com/watch?v=vQO7cP34NQY

(Text unter Verwendung eines Artikels von Dr. Bertold Klostermann für „fonoforum“)

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