Sommerton-Festival 2017

Sommerton-Festival 2017

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Stelios Petrakis, Efren Lopez, Bijan Chemirani

Lopez – Petrarkis – Chemirani “Mavra froudia” (29.08.2014)

Stelios Petrakis kommt aus Kreta, Efren Lopez aus dem spanischen Valencia und Bijan Chemirani stammt aus Persien, lebt allerdings in Frankreich (wie viele iranische Musiker). Dass sie gemeinsam Musik machen, ist nur auf den ersten Blick verwunderlich, de facto gab es schon immer einen regen kulturellen Austausch zwischen den Völkern der Mittelmeerraums und des Orients. Fernab von den Zwängen der Kunstmusik (und lange vor dieser), kommunizierte man immer wieder grenzüberschreitend, sei es durch die Ströme der Völkerwanderungen, die Musik von einem ins nächste Land trugen und mit der einheimischen vermengten, sei es später durch den regen Austausch der fahrenden Musiker. Was uns heute als eine Reihe von fest zusammengefügten Kulturkreisen erscheint, ist letzten Endes das Ergebnis eher zufälliger politischer Prozesse. Volksmusik war immer schon nicht nur der Ausdruck kultureller Identität, sondern auch ein Mittel zum kulturellen Austausch. So gesehen ist das gemeinsame Album der drei Musiker Petrakis, Lopez und Chemirani Mavra froudia (zu Deutsch Schwarze Augenbrauen) keine echte Besonderheit, es belebt einfach eine alte, etwas in Vergessenheit geratene Tradition. Auf dem Album trifft Musik aus Kreta und benachbarter griechischer Inseln, der Türkei und dem Iran auf mittelalterliche Tänze und Weisen aus Spanien und Okzitanien (Südfrankreich). Die drei Künstler greifen in ihren Originalkompositionen für wechselnde Duo- und Trio-Besetzung (lediglich das abschließende Pano horos ist eine Adaption eines alten Tanzes aus Karpathos) Themen, Rhythmen und Eigenheiten alter, vergessener Kulturen auf und setzen dabei zahlreiche seltene, aber typische Instrumente für ihre Herkunftsregionen ein darunter die Laute, eine kretische Leier, eine Laouto (eine griechische Variante der orientalischen Oud), eine Drehleier, eine Tombak (eine persische kelchförmige Handtrommel) und viele weitere Perkussionsinstrumente aus Persien und Indien. Das Ergebnis ist verblüffend kohärente, unverkrampfte, zeitlose Weltmusik (oder Neudeutsch world music) mit echtem Tiefgang. Das Album verzichtet erfreulicherweise auf plakative Aussagen, weichzeichnende New-Age-Elemente oder anbiedernde Rhythmus-Modernismen aus dem Computer, stattdessen rückt es drei überaus virtuose Musiker voller Spielfreude und Freude am gemeinsamen Musizieren in den Mittelpunkt. Das Album kann auch klanglich vollends überzeugen und präsentiert die CD in einem schön gestalteten Digipak-Artwork mit dreisprachigem (Katalanisch, Spanisch und Englisch) Booklet.

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