Sommerton-Festival 2017

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Renaud Garcia-Fons “Tout Seul”

Renaud Garcia-Fons “Tout Seul”  (31.08.2014)

Renaud Garcia-Fons

Von Kind auf bewegt sich der Virtuose im produktiven Spannungsfeld verschiedener Kulturen. Er kommt am 24.12.1962 als Sohn spanischer Emigranten nahe Paris zur Welt. Die katalonischen Eltern machen ihn früh mit der Musik ihrer alten Heimat vertraut. Mit fünf Jahren schickt sich Garcia-Fons an, seine Hörerfahrung in die Praxis umzusetzen. Er nimmt Klavierunterricht, wechselt jedoch nach einiger Zeit zur klassischen Gitarre. Im Alter von 16 Jahren entdeckt der junge Musiker sein Instrument fürs Leben: den Kontrabass.
Am Pariser Konservatorium studiert er den tieftönigen Viersaiter. Sein Lehrer, der syrische Bassist François Rabbath, weiht ihn in das musikalische Vermächtnis des vorderen Orients ein und beeinflusst damit Garcia-Fons‘ Werk nachhaltig. Während dieser Zeit spielt der begabte Musiker zudem in der Big Band des Trompeters Roger Guerin. Hier arbeitet er mit den Schlagzeug-Koryphäen Kenny Clarke und Sam Woodyard zusammen. Das Training zahlt sich aus. Mit 21 gewinnt er eine Reihe von Musikwettbewerben der Städte Aubervilliers und Paris. Das französische Kulturministerium erteilt ihm daraufhin einen Professoren-Titel.

Von diesem Zeitpunkt an geht Garcia-Fons eigene Wege. Er möchte den Bass aus seinem Schattendasein als Begleitinstrument befreien und versucht sich an experimentellen Improvisationen. Um den klanglichen Horizont des Instruments zu erweitern, fügt er den herkömmlichen vier Saiten eine weitere hinzu. Diese Innovation macht ihn berühmt und bringt ihm den Beinamen „Paganini des Kontrabasses“ ein.
Kein Wunder, dass sich auch Frankreichs Orchestre National de Jazz für den Ausnahmekünstler interessierte. Anfang der 90er Jahre greift er für die Institution in die Saiten. Danach folgt eine Vielzahl inspirierter CD-Veröffentlichungen. Den Beginn markiert 1992 das Album „Légendes“. Zumeist vertont der fleißige Komponist eigene Werke. Dabei gelingen ihm orchestrale Arbeiten ebenso wunderbar wie die Aufnahmen mit seinem Trio (bestehend aus Garcia-Fons, dem Gitarristen Antonio Ruiz und dem Percussionisten Pascal Rollando) oder Kooperationen mit Größen wie Jean-Louis Matinier oder der Flamenco-Sängerin Esperanza Fernández.

„Meist spielt er mit geschlossenen Augen, den Kopf konzentriert über den Hals seines Instruments gebeugt. Die linke Hand tastet die komplette Länge des Griffbretts ab und formt perfekte Vibrati, derweil die rechte über die Saiten wuselt und Töne in atemberaubender Geschwindigkeit zupft. Oft führt sie auch einen Bogen, der nicht nur streicht, sondern mit der artistischen Grandezza eines Flohs über die Saiten hüpft.
Das Ergebnis ist ein spektakulärer Farben- und Klangreichtum von so ungeheurer Fülle, als ob hier ein ganzes Streichquartett zugange wäre. Dabei agiert nur ein einziger Kontrabassist, und der handhabt sein spezielles fünfsaitiges Instrument mit so spektakulärer Leichtigkeit, so mühelos, melodiös und flexibel, dass es mal wie ein Cello, mal wie eine arabische Laute oder eine Flamenco-Gitarre tönt. Man mag kaum fassen, was einem da zu Ohren kommt – ja, Renaud Garcia-Fons ist der wohl weltbeste Kontrabassist. Er schafft eine fantastische Symbiose diverser zeitgenössischer Genres von Jazz bis Neue Musik und improvisiert konkurrenzlos virtuos und ausdrucksvoll mit makelloser Intonation selbst in den höchsten Lagen.“

Saarbrücker Zeitung

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