Sommerton-Festival 2018

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Month: Mai 2016

Freitag, 26. August / Markus Stockhausen und Ferenc Snétberger

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Liebe Sommerton-Freunde,

am Freitag, 26. August freuen wir uns auf den Auftritt des Duos Markus Stockhausen und Ferenc Snétberger. Beide Musiker haben gerade unabhängig voneinander beim renommierten, vielfach grammy-prämierten Münchener Label ECM neue Aufnahmen eingespielt.

„Alba“ (1. April in Deutschland erschienen) ist das erste Album des seit sechs Jahren bestehenden Duos von Trompeter Markus Stockhausen und Pianist Florian Weber.

Bei seinen ersten Auftritten arbeitete das Duo zunächst nur mit Material aus der Feder von Markus Stockhausen. Erst später begann auch Florian Weber eigene Kompositionen zum Repertoire beizusteuern. Anfangs experimentierte man außerdem noch mit elektronischen Klängen, auf der Suche nach den „offenen Sounds“, die Stockhausen seit seiner Zeit in Rainer Brüninghaus‘ Trio (Anfang der 80er Jahre mit Schlagzeuger Fredy Studer) faszinieren. Doch das Duo kam schnell zu dem Schluss, dass es rein akustisch besser klingt: „Florian hat dieses ungeheure Gespür und die Möglichkeiten, den Klang des Klaviers zu modulieren”, meint Stockhausen. „Damit stehen so viele Klangfarben zur Verfügung.“

Und von diesem Klangfarbenreichtum machen sie auf „Alba“ großzügig Gebrauch. Der Spannungsbogen ihrer Musik ist breit: er reicht von der beschwingt-melodischen Gangart in „Befreiung“ über den gebrochenen Optimismus von „Better World“ bis zur kühlen Nüchternheit von „Die weise Zauberin“ und der fesselnd-introspektiven Stimmung von „Emilio“ (geschrieben für Florians Sohn). Bisweilen scheinen die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation zu verschwimmen, fast unmerklich sich verändernde atmosphärische Kontraste prägen die von großer Klarheit getragene Musik. Die Eröffungsnummer des Albums, „What Can I Do For You?“, widmete Florian Weber seinem im Juli letzten Jahres verstorbenen britischen Kollegen John Taylor, der sein erster Klavierlehrer gewesen war. „‚Was kann ich für dich tun?‘ war immer seine erste Frage, wenn ich zur Stunde kam“, erklärt er den Titel. „Später wurde mir klar, dass er damit meinte: ‚Ich will dir nichts vorschreiben, ich werde darauf eingehen, was du tun möchtest.‘ So habe ich John erlebt. In seinem genialen Zusammenspiel mit Kenny Wheeler ging es nie um Selbstdarstellung, sondern um etwas, das mit dem Ego nichts zu tun hat. Und ich glaube, bei uns ist das auch so.“

 

richter

© Gerhard Richter/ECM Records Florian Weber, Markus Stockhausen

Trailer zum Duo „Inside Out“

https://www.youtube.com/watch?v=i1Zt6KmI260

 

Auf „In Concert“, seiner ersten Aufnahme für ECM – offenbart der Gitarrenvirtuose Ferenc Snétberger ein schillerndes Spektrum an Einflüssen, von Bach über Tango Nuevo und Samba bis zur freien Improvisation.

Für den ungarischen Gitarristen schließt sich damit ein Kreis. Das Album ist die Aufzeichnung eines Solokonzerts, das Snétberger 2013 an der Liszt-Akademie in Budapest gab, wo er einst als junger Zuhörer ein einschneidendes Erlebnis hatte: „Ich hörte dort Bach, und dies änderte mein Leben.“ Bis zu diesem Zeitpunkt war Snétbergers musikalischer Horizont vornehmlich vom Jazz bestimmt gewesen. Aufgewachsen war er in einer ausgesprochen musikalischen Roma-Familie. Sein Vater und zwei seiner Brüder spielten Gitarre und bei ihnen zu Hause liefen ständig Platten mit der Musik von John Coltrane, Charlie Parker, Jim Hall und natürlich Django Reinhardt. „Ich begann mit Jazz, aber dann wurde der Einfluss, den die Klassik auf mich ausübte, sehr stark.“

Danach entdeckte er auch brasilianische und andere südamerikanische Musik sowie den Flamenco für sich. Einen inspirierenden Schock erlebte er, als er Egberto Gismonti im Duo mit dem am 9. März 2016 verstorbenen Perkussionisten Naná Vasconcelos hörte. Das Spektrum all dieser stilistischen, kulturellen und persönlichen Einflüsse hat die Musik gefärbt, die man nun auf „In Concert“ hören kann. Es ist gerade Snétbergers raffinierte Heterogenität, die das ständige Abebben und Aufwallen seiner Musik so fesselnd macht. Mal dominiert in seinen Stücken die freie Improvisation, dann wieder sind es Elemente von Tango Nuevo oder Samba und natürlich auch Johann Sebastian Bach. Acht der Stücke von „In Concert“ sind durchnummeriert und tragen den Titel Budapest. Obwohl die ungarische Metropole nicht seine Heimatstadt ist (das ist Salgótarján, 120 Kilometer weiter nördlich), liegt sie ihm ganz besonders am Herzen. Abgerundet wird das Album mit einer Interpretation des Jazzstandards „Over The Rainbow“, den Snétberger bei seinem Auftritt in der Liszt-Akadmie als Zugabe spielte. Nachdem er mit „In Concert“ nun seine musikalische Visitenkarte bei ECM abgeliefert hat, nimmt Ferenc Snétberger als nächstes eine Aufnahme mit seinen neuen Trio-Partnern Anders Jormin und Joey Baron in Angriff.

 

Raffay Zsofi snet

© Raffay ZsófiFerenc Snétberger

Album-Teaser

https://www.youtube.com/watch?v=RCemwg5QSDU